
Einladung zum Seminar mit Christine Schmalor
Die Vertikale der Rolle
Methode für die eigenständige Erarbeitung einer Rolle
8 Sessions plus 2 individuelle Beratungen
Wöchentlich, mittwochs,
25. Februar – 15. April 2026 von 18:00 – 20:30
Die von Dr. Jurij Alschitz entwickelte Methode Die Vertikale der Rolle ist bereits ein Klassiker im Europäischen Theater. Im Laufe der Jahre hat sie sich naturgemäß verändert, viele Arbeitsschritte wurden für den Online-Unterricht angepaßt und führen zu noch mehr Selbstständigkeit der Künstler/innen.
Im Zentrum der Methode steht ein ganz praktisches Ziel: die eigenständige Erarbeitung der Rolle. Du wirst zum/zur Autor:in der Rolle und dadurch findet die Begegnung mit der Regie am Filmset oder am ersten Probentag im Theater auf Augenhöhe statt. Diese Methode wird ein Leben lang helfen, sich auf eine Rolle vorzubereiten. Die klaren Arbeitsschritte geben Sicherheit, welche Aufgaben man sich in welcher Reihenfolge stellen kann, um eine Rolle in all ihren Dimensionen zu erfassen.
Im Besonderen weist die Vertikale der Rolle den Weg zum philosophisch-geistigen Kern der Figur und fordert Schauspieler:innen heraus, sich als unabhängige Künstler:innen zu betätigen. Denn die Figur, besser die Personage verkörpert vor allem verschiedene Themen. Welche Themen sind das? Was bedeuten sie heute – und für mich? Hier beginnt der Dialog mit meiner Personage. Auf diesen Dialog sollte ich mich gut vorbereiten, damit er auf gleichberechtigten Niveau mit ihr stattfinden kann. Nur so kann der gemeinsame Weg beginnen, auf dem ich mich ihr respektvoll nähere und im besten Falle den Moment gegenseitiger Verschmelzung erreiche – und das Licht der Rolle erleben darf.
Mit der Arbeit an einer Vertikale der Rolle entscheide ich mich vor allem selbst für einen persönlichen Rollenwechsel: von der reinen Schauspieler:in zur Künstler:in, die – für jeden sofort erkennbar – mit einem spezifischen Gewicht die Bühne betritt. Das Spiel bewegt sich jenseits eines alltäglichen Realismus, Handlungen verfolgen ein inneres Thema, das auf philosophische Dimensionen verweist. Dieser Rollenwechsel macht den Unterschied aus. Er führt zu Deiner eigenen spezifischen Bühnensprache, er führt zu Deinem spezifischen Gewicht als Künstlerin!
An welcher Rolle werden ich arbeiten?
Das ist Deine Entscheidung.
Entweder wählst Du eine Figur aus den zentralen Stücken Tschechows – Die Möwe, Drei Schwestern, Onkel Wanja, Der Kirschgarten. So haben wir die Chance, seinen Kosmos gemeinsam zu erkunden. Wir erleben, wie interessant und fruchtbar die Arbeit an der Vertikalen in einem Ensemble sein kann. Jede:r wird an der Arbeit der Kolleg:innen teilhaben und davon profitieren, sich auszutauschen, zu inspirieren und zu unterstützen.
Oder Du nimmst eine Rolle, mit der Du demnächst auf die Bühne gehen wirst.
Wie kann ich mir diesen Kurs vorstellen?
An wen wendet sich der Kurs?
An junge und an erfahrene Schauspieler:innen, aber auch an Pädagog:innen und Regisseur:innen, die diesen Arbeitsprozess erst einmal selbst durchlaufen möchten, bevor sie ihn in der eigenen Praxis anwenden. Wir erwarten internationale Teilnahme, deshalb wird die Arbeitssprache Englisch sein; es kann alles immer auf Deutsch wiederholt werden. Die Vertikale erstellt jede:r in der Muttersprache.
Option
Das Laboratorium vom 20. April – 2. Mai auf Ibiza
Gegen Ende des Kurses kannst Du Dich für die Teilnahme an einem Schauspiel Laboratorium bewerben, dass ich vom 20. April bis 2. Mai auf Ibiza abhalten werde. Dafür steht uns The Artists’ Sanctuary zur Verfügung – eine kleine private Finca mit einem open air Trainingsplatz und unzähligen Spielmöglichkeiten auf einem großen naturbelassenen, z.T. künstlerisch gestalteten Gelände.
Hier wirst Du nach gemeinsamen Training Deinen eigenen Ort finden und – individuell unterstützt – Deine Vertikale realisieren.
Durch das Spiel der Vertikale auf der Bühne werden wir neue Schichten freilegen. Um dies in der methodisch intendierten Weise zu tun, benötigt man ein sehr spezifisches Training. Dabei geht es um das “vertikales Spiel” Hier beginnt eine neue Dimension Deiner Bühnenpräsenz und Deiner künstlerischen Perspektive: kann ich Transparenz erreichen? Kann ich durch mein Spiel spirituelle Erfahrungen machen, die die Griechen mit Katharsis bezeichneten?
Darüber hinaus hat jede gelungene Vertikale das Potential zu einer Monoperformance zu avancieren.

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World Theatre Training Institute AKT-ZENT
Research Centre of the International Theatre Institute
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